Berlinfahrt

"Berlin only a dream" hieß es noch im März des letzten Jahres auf den Plakaten der Aktion unseres Jahrgangs gegen die Streichung der Klassenfahrten.

Wir waren uns sicher, niemand von uns würde je einen echten Berliner oder etwa den Bundestag zu Gesicht bekommen. Aber als wir schon längst die Hoffnung aufgegeben hatten, wurden wir mit der Idee unserer LK-Geschichtslehrerinnen überrascht.

Im ersten Monat des neuen Jahres wurde dem geschichtsinteressierten Teil von uns die Fahrt in unsere Hauptstadt doch noch ermöglicht!

Zwar zog sich die Fahrt nicht über 3 Tage, wie bei den vorherigen Jahrgängen, dafür nutzten wir aber jede Sekunde der verfügbaren Stunden, um möglichst viele Punkte der Geschichte und der Politik Deutschlands näher betrachten zu können.

In zwei halben Tagen haben wir es so geschafft, den Bundestag, seine Geschichte und die schöne Aussicht auf Berlin von der gläsernen Kuppel aus zu bestaunen, das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen zu besichtigen, eine Stadtrundfahrt zu machen und einen Einblick in die „Berliner Unterwelten“ zu bekommen.

In der Gedenkstätte Hohenschönhausen wurde jede unserer Gruppen einem ehemaligen Häftling zugeteilt, der anschließend ca. 2 Stunden etwas über seinen Haftaufenthalt in dem Berliner Gefängnis für Staatssicherheit berichtete und sehr zum Nachdenken anregte.

Das ganze Gebäude mit seinen langen Gängen und fensterlosen Räumen hat eine beklemmende Atmosphäre und in den nackten Zellen zu stehen und die Berichte über die schrecklichen Lebensbedingungen in diesen zu hören, hat wohl kaum jemanden kalt gelassen.

Einer der Zeitzeuge imitierte während des Rundgangs die Befragungsmethoden der hoch ausgebildeten Stasi-Mitarbeiter, suchte sich Einzelne aus der Gruppe der Zuhörenden und drängte diese beispielhaft mit seinen Fragen in die Enge, sodass jeder am Ende verstehen konnte, wie das System der psychischen und mentalen Folter funktionierte.

Auf der Tour hat man einen Eindruck von den unglaublich genau ausgearbeiteten psychologischen Tricks, den Manipulationsstrategien und Verhörtechniken bekommen, die täglich in dem Gefängnis angewendet wurden.

Der Mann, der uns die zwei Stunden herumgeführt hat, richtete sich am Ende noch einmal mit einem Appell an alle: Wir sollten unsere Freiheit nutzten, betonte er und deutete dabei auf die offen stehenden Tore, die vom Gefängnis auf die Straße führten, und aufpassen, nicht in einer Demokratie einzuschlafen und in einer Diktatur aufzuwachen.

Nach diesem beeindruckenden Tag hatten wir bis zur Nachtruhe Freizeit, um Kreuzberg zu erkunden und uns einen schönen Ort zum Essen zu suchen.

Natürlich ging es am nächsten Tag wieder früh los, um auch alles auf dem Zeitplan stehende zu schaffen. Körperliche Anstrengungen wurden uns am Morgen noch nicht abverlangt, wir stiegen direkt in einen Bus und ließen uns die nächsten zwei Stunden von den Bildern und Geschichten vergangener Zeiten berieseln, während wir durch Berlin fuhren.

So sahen wir also den Ort der damaligen Bücherverbrennung, bekamen Informationen über den ursprünglichen Zweck des Brandenburger Tores, stiegen an historisch besonders interessanten Orten aus und sahen die Hauptstadt so mal aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Unser letzter Programmpunkt befand sich unter der Erde. Unsere Gruppe teilte sich je nach überwiegendem Interesse in die Besichtigung der Luftschutzbunker und der Fluchttunnel auf.

In den Bunkern wurde uns verdeutlicht, welche Schutzmaßnahmen die Bundesrepublik Deutschland für die Bevölkerung im Falle eines dritten nuklearen Weltkrieges geplant hatte.

Schnell wurde uns klar, dass im Falle eines wirklichen Ausbrechens des Weltkrieges, die unterirdischen Bunker keinerlei wirklichen Schutz geboten hätten, da zu wenig Baumaterial genutzt und bei dem Bau insgesamt viel gespart wurde.

Selbst wenn es Überlebende unter der Erde gegeben hätte, so erklärte der Besichtigungsleiter, wäre ein Weiterleben im radioaktiv verseuchten Berlin und seinem Umland nicht möglich gewesen.

Die Darstellung der Folgen eines solchen Krieges und des beinahe unmöglichen totalen Schutzes vor seinen Gefahren führte uns allen vor Augen, wie groß das Ausmaß einer solchen Katastrophe (gewesen) wäre. Am Ende der Führung stiegen wir, nachdem wir uns einen Weg durch zahlreiche Gänge und Bunkerräume gebahnt hatten, durch eine Tür in der Wand und fanden uns an einer belebten Berliner U-Bahn-Station wieder.

Am Nachmittag stiegen wir dann - um Einiges schlauer und sehr glücklich über die vergangenen Tage - in den Bus zurück nach Bleckede, um dort unsere Zeugnisse entgegen zu nehmen.

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Artikel aus den Fächern

Podiumsdiskussion "Terrorismusgefahr allgegenwärtig?!"

Am 03.02.2016 wurde am Gymnasium Bleckede eine Podiumsdiskussion zum Thema „Terrorismusgefahr allgegenwärtig?!“ unter der Leitfrage „Werden durch verschärfte Sicherheitsmaßnahmen unsere Grundrechte verletzt?“ von Pia Steinhauer (11. Jg.) und Emilia Erber (11. Jg.) organisiert und durchgeführt. Hierfür waren folgende Gäste anwesend (Sitzordnung von links nach rechts): Kai-Uwe Steffens (Bündnis "Freiheit statt Angst"), Frank Koch (Vertreter des Landespräventionsrates), Martin Hellweg (Vertreter der GdP), Dr. Julia Verlinden (Bundestagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen), Olaf Forberger (Die Piratenpartei), Arnd Steinmeyer (Rechtsanwalt), Jens Böther (Bürgermeister von Bleckede/CDU), Sabine Marx (Rechtsanwältin in der Initiative "Rechtsanwälte gegen Totalüberwachung") und Jan Girlich (Chaos Computer Club). Die Planung der Podiumsdiskussion begann Anfang Dezember 2015. Hierfür wurde ein aktuelles Thema von den Schülerinnen ausgewählt und eine Leitfrage formuliert. Anschließend wurden potentielle Gäste angeschrieben und eingeladen. Leider mussten die Mädchen auch Rückschläge hinnehmen, da manche Gäste nach einer Zusage doch wieder absagten; teilweise einen Tag vorher. Aus diesem Grund blieb der Vertreter des Verfassungsschutzes, sowie Eckhard Pols von der CDU und Stefan Körner (Bundesvorsitzender Die Piratenpartei) der Veranstaltung fern. Für Herrn Körner sprang glücklicherweise Herr Forberger ein. Nachdem eine Gästeliste bekannt war, konnten spezifische Fragen formuliert werden und die Gymnasiastinnen begannen Werbung mittels Flyer und Plakate zu machen.

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